9. November – Würdiges Gedenken in Ludwigsburg

Am heutigen 81. Jahrestags der faschistischen Reichspogromnacht folgten, über den Tag verteilt, rund 50 Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger der Einladung unseres Bündnisses „Ludwigsburg gegen Rechts“ diesen Tag angemessen zu Begehen. Der erste Teil des Programms bestand darin, mit den TeilnehmerInnen einen Gedenkrundgang entlang in Ludwigsburg verlegter Stolpersteine zu veranstalten. Geleitet wurde dieser Rundgang in Kooperation mit der Stolperstein-Initiative Ludwigsburg.

Vertreten wurde diese durch Jochen Faber, der einerseits einen groben Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der Stolperstein-Initiative Ludwigsburg und des Synagogen Platz e.V. vermittelte. Anschließend verdeutlichte er anschaulich an den verschiedenen besuchten Stolpersteinen die persönlichen Einzelschicksale der aus Ludwigsburg deportierten Jüdinnen und Juden. Um etwas bleibendes an den einzelnen Stolpersteinen zu hinterlassen wurden ebenfalls Grablichter mit dem Namen der ermordeten Opfer des Faschismus hinterlassen. Jürgen Faber ging außerdem auf die Verfolgung der Homosexuellen, Menschen mit Behinderung und politischer GegnerInnen ein. Eindrucksvoll schilderte er so all diese tragischen Geschichten aus Ludwigsburg und mahnte abschließend die VeranstaltungsteilnehmerInnen wachsam zu sein, dass sich so ein Pogrom nie wieder ereignen könne.



Von der letzten Station des Gedenkrundgangs ging es gleich weiter zum zweiten Teil, eine Kundgebung am Ludwigsburger Markplatz. Zuerst wurde hier der historische Kontext vom ehemaligen IGM-Geschäftsführer der Region Ludwigburg/Rems-Murr-Kreis, Werner Hillenbrand, politisch eingeordnet. Er stellte dabei auch die bereits ab 1933 einsetzende Verfolgung der politischen Gegner heraus.
Eine weitere Bündnisrede wurde vom Bündnissprecher Lukas Schulze gehalten. In seiner Rede kontextualisierte er die faschistische Politik der NSDAP und deren menschenverachtenden Gräueltaten mit dem derzeitigen gesellschaftlichen Rechtsruck. So stellte er heraus das auch die AfD ein Klima mit befeuert in dem sich Täter wie Stephan Balliet zu rechtsterroristischen Anschlägen ermutigt sieht. Indem die AfD das Unsagbare sagbar macht, fühlen sich Rechte immer mehr ermutigt ihre faschistische Ideologie in die Tat umzusetzen. Abschließend rief er dazu auf diese Erinnerung eine Mahnung für uns sein zu lassen und entschlossen egal ob im Betrieb auf der Arbeit oder am Küchentisch rechter Hetze entschlossen entgegen zu treten und für eine solidarische Welt ohne Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und faschistischer Demagogie einzusetzen. Am Ende der Veranstaltung wurde noch ein Grußwort der „Antifaschistischen Perspektive“ verlesen, in dem ein entschiedenes Vorgehen gegen Faschisten als Notwendigkeit herausgestellt wurde.


Heute die Pogrome von morgen verhindern!

Erinnern heißt Kämpfen!

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

admin

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